Kambodscha | Reisebericht

Wasserfest in Kampong Cham

April 20, 2017
Bamboobridge Kampong Cham

Die Stadt Kampong Cham liegt etwa 300km vor Phnom Penh und ist nicht unbedingt Teil einer Kamodscha-Rundreise. Wir finden jedoch, dass sich ein Abstecher lohnt! Nicht nur ist es die drittgrößte Stadt des Landes, sondern aufgrund seiner früheren Bedeutung als Handelszentrum für Phnom Penh relativ modern. Als wir vom Osten aus über Kratie in den Süden fuhren konnten wir tolle Landschaften bewundern. Dazwischen waren immer wieder einfache Häuschen aus Holz und Blech auszumachen, in denen die Familien zusammen leben.

Sehen und gesehen werden

Nachdem wir die Mekong-Brücke, welche erst 2001 eröffnet wurde, überquerten, erspähten wir schon von Weitem die Promenade von Kampong Cham. Mit mehreren Restaurants und Guesthäusern sowie einigen Hotels und einer ausgebauten Straße wirkt die Stadt fast europäisch. Abends lassen sich die Einwohner gerne auf der Promenade sehen… Jede Menge schicke Autos, voll beladene Kleinwagen und Scooter mit herausgeputzten Jugendlichen drängen sich auf der Straße. Es ist Schaulaufen angesagt – sei es im Pyjama, Gucci-Shirt oder feinem Zwirn. Ab und an beobachtet man auch ältere Damen und Herren, die ihrem Abendwalking nachgehen – mit Sport hat das allerdings nicht zu tun 😉

Am Rand locken währenddessen die Straßenstände mit leckeren Snacks. Auf den Bänken, gesponsert von der Biermarke Cambodia, kann man dem Treiben entzückt folgen.

Für uns war es besonders spannend, da bei unserer Ankunft der dritte Tag der Neujahr-Feiern stattfand. Zwar waren alle Guesthäuser geschlossen, weshalb wir ins Mekong Hotel ausgewichen sind (für 8$ sehr angenehm), dafür hielten sich alle auf den Straßen auf. Bewaffnet mit Wasserbomben, -pistolen und sogar Eimern voll mit eiskaltem Wasser zogen besonders die Jugendlichen durch die Stadt. Die Kleinsten standen zusammen mit ihren Eltern am Straßenrand oder spritzten direkt vom Scooter. Zu einem besonderen Spektakel wurden die Wasserschlachten, wenn zwei voll beladene Pick Ups aufeinander zusteuerten. Da blieb keiner trocken 😉

Aber auch am folgenden Abend, als die offiziellen Feierlichkeiten des Khmer New Year beendet waren, hat sich die Promenade wieder schnell mit Menschen gefüllt. Dieses Mal trocken und schick. Die Aussicht abends auf den Mekong ist einfach toll. Zwei riesige Passagierschiffe lagen dort vor Anker, daneben kleine Boote von etwa 2qm, auf denen ganze Familien wohnen. Denn trotz des Schicks und der Uferpromenade sieht man auch viele Menschen, die in Armut leben. Oft sieht man Arm und Reich sogar direkt nebeneinander. Dennoch sind alle stets freundlich und hilfsbereit. In Kambodscha wurden wir bislang immer mit einem Lächeln begrüßt. Viele sprechen ein paar Brocken Englisch oder verständigen sich mit Händen und die Kinder rufen auf der Straße alle „Hello“ (so viele Touristen sind hier nicht anzutreffen).

Die Bambusbrücke nach Koh Paen

Wir sind nach Kampong Cham aber in erster Linie wegen der Bambusbrücke gekommen. Diese führt etwas südlich gelegen von der Mekong-Brücke auf die Insel Koh Paen und existiert nur in der Trockenzeit. In der Regenzeit wird sie weggespült und daher immer wieder aufs Neue gebaut. Auf Koh Paen habe ich mich anfangs gefühlt, als würde ich durch einen mediterranen Schrebergarten fahren. Es gibt eine ausgebaute „Hauptstraße“, die entlang vieler kleiner Häuser und Gärten führt – wirklich sehr viel „Grün“ und idyllisch! Probiert unbedingt die verschieden Früchte, die hier angeboten werden. Wir haben uns für eine Pomelo mit süß-scharfem Dipp entschieden.

Großteils wirkt es, als würde man eher über Festland als über eine Insel fahren. Wir haben hier mehrfach weite Felder gesehen – anhand von Google Maps würde ich sie auf 10km Länge einschätzen. Wir haben es aufgrund der Hitze leider nicht ganz geschafft 😉 Auch die kleinere Insel Koh Thmey haben wir ausgelassen. Im Mekong Bamboo Hut Guesthouse wurde uns erzählt, dass diese sehr idyllisch sei und von einer kleinen muslimischen Dorfgemeinschaft bewohnt wird. Im Gästehaus haben wir uns aufgrund der Hängematten an den Dschungel erinnert gefühlt und nach der Tour auf dem Rad einen leckeren Shake bei wunderschöner Aussicht genossen.

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