Reisebericht | Laos

Vang Vieng – Laut aber idyllisch

März 19, 2017
Karstberge Vang Vieng

Vang Vieng ist Tubing-Spaß, grandiose Landschaft und ein Touristenmekka. All dies trifft auf die kleine Stadt am Wasser zu. Aber so richtig konnten wir (erstmal) keine Verbindung zu dem Ort finden. Vielleicht lag es an den lauten Bässen die uns entgegen hämmerten als wir ankamen oder dem Baulärm über Tag. Irgendwie hatten wir uns das idyllischer vorgestellt.

Nach dem Abitur oder Studium hätten wir uns auf unserer Reise durch Asien sicherlich auch das ein oder andere Mal unters Partyvolk gemischt. Ein fremdes Land, günstige Preise und viele Leute in der gleichen oder ähnlichen Situation machen ja den Reiz aus. Aber mit Anfang bis Mitte 30 ist es irgendwie anders. Man hat schon so manche Party gefeiert und will einfach „persönlichere“ Erfahrungen machen. Was das ist, wissen wir auch noch nicht so genau, aber Abenteuer, der Kontakt mit Einheimischen und besondere Orte gehören schon mal auf die Liste.

Wer Party machen will ist in Vang Vieng immer noch bestens aufgehoben. Zwar wurde das Tubing vor einigen Jahren von der Regierung eingeschränkt, da es viele Alkohol- und Drogentote gab. In den Backpacker-Hostels und Bars wird aber immer noch feucht-fröhlich gefeiert. Wir haben uns abends ein bisschen wie auf Malle gefühlt, wenn die betrunkenen Mädels alias Promoterinnen der Clubs einem mit den Worten „free shots“ entgegen kommen und dann ganz entgeistert sind, wenn man nicht möchte.

Tuben kann man übrigens immer noch. Dabei liegt man in einem Autoschlauch und lässt sich stromabwärts treiben. An der Strecke liegen immer noch ein paar Bars, einfach per Seil heranziehen lassen und ein kaltes Getränk genießen. Aufgrund der Regulierungen sind es mittlerweile weitaus weniger (2-3 konnten wir vom Kayak ausmachen). Tuben kann man also immer noch und eine spaßige Erfrischung bei 30° im Schatten ist es allemal 😉

So mögen wir es (mittlerweile) schon eher…

Nach etwas mehr als einem Tag haben wir dann doch noch „unser“ Vang Vieng entdeckt – die beeindruckenden Berge der Region. Egal ob man die Karstberge hinaufschaut, durch die Formationen radelt und sich neue Täler auftun oder man sich hinauf begibt zu den Viewpoints. Viele kleine und große Grotten warten auf Abenteurer (Stirnlampe und mindestens Turnschuhe solltet Ihr dabei haben) Die Aussicht und die Landschaft sind einfach super, weshalb weiterhin viele Touristen auf der Strecke zwischen Vientiane und Luang Prabang hier Halt machen. Die Stadt reagiert entsprechend mit dem Bau etlicher Hotels, besonders am Fluss-Ufer.

Wir haben uns vom Baulärm und Hostel-Trubel entfernt und uns auf der anderen Flussseite ein Quartier gesucht, dass direkt vor den Karstbergen liegt („Other Side Bungalows“ für 70.000 Kip pro Nacht). So wurden die städtischen Geräusche der Bars und Restaurants zur Hintergrundmusik vom Zirpen, Grillen und den Rufen der Gekkos.

Ausflüge und Abkühlung

Von hier aus sind wir los in die Natur und haben unsere eigenen kleinen Abenteuer gestartet. Die Karstberge, einige Canyons und die Blue Lagoon 1 sind wir per Rad abgefahren. Wenn man auch die Blue Lagoons 2+3 besichtigen möchte lohnt sich ein Scooter bei der Hitze. Natürlich wird die Blue Lagoon 1 je nach Tageszeit von vielen Touristen angelaufen, aber es macht genauso viel Spaß den anderen zuzuschauen bei ihren Begegnungen mit dem Wasser oder früh anzureisen und die Runde im kühlen Nass alleine zu genießen 🙂

In den darüber gelegenen Cave haben sich nicht so viele Touristen getraut. Die Stufen zum Cave sind uneben und unterschiedlich hoch – so wie die meisten Treppen in Laos… Der Aufstieg lohnt sich aber! Die Höhlen sind wirklich beeindruckend und je tiefer wir rein sind, desto rutschiger, dunkler und mysteriöser wurde es. Wir haben unser Handy als Taschenlampe genutzt, hätten vor Ort aber auch eine Stirnlampe für 10.000 Kip leihen können. Festes Schuhwerk für die teils rutschigen und steilen Stellen ist empfehlenswert, wir haben es aber auch mit Flip Flops geschafft 😉

Ein weiterer Cave ist am Rande der Stadt. Hinter der Bambusbrücke (neben unserem Bungalow) verweist ein Schild darauf mit „1km“. Dieses Schild mit der gleichen Angabe findet sich auf dem Weg jedoch noch weitere zwei Male. 45min solltet Ihr für die schöne Strecke über Reisfelder und durch Dschungel schon einplanen. Der Cave soll sehr groß sein, was wir leider nicht bestätigen können, da er bereits um 17 Uhr schließt.

Unser Fazit: Die Beschreibungen von Vang Vieng in Reiseführern und Blogs stimmen größtenteils. Stellt sich die Frage was einem eher liegt – die Party oder die beeindruckende Landschaft.

Wir sind gespannt, welche Erfahrungen wir noch machen dürfen und was sich daraus vielleicht entwickelt. Und ob wir wohl erkennen müssen, dass wir älter geworden sind oder das sogar genießen…

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