Reisebericht | Malaysia

Unsere Highlights im modernen Singapur

Juni 12, 2017
Skyline von Singapur

Singapur ist teuer – Bier ab S$10 in der Happy Hour. Singapur ist beeindruckend – kleine Viertel wie Little India neben gewaltigen Wolkenkratzern. Singapur war vor einigen Jahren noch ein sehr armer kleiner Staat und wurde erst 1959 unabhängig. 1963 wurde eine Förderation mit Malaysia gebildet, um Singapur zu kontrollieren und weil niemand glaubte, die kleine Insel könne es alleine schaffen. Heute ist Singapur wirtschaftlich Malaysia wie auch vielen anderen südostasiatischen Ländern weit voraus und gefestigt.

Die Stabilität spiegelt sich im Bau vieler Wolkenkratzer und Bürotürme von Banken und Versicherungen, dem mittlerweile fast schon als Wahrzeichen berühmten Hotel und angeschlossenen Shoppingcenter Marina Bay Sands und dem angelegten Park wieder. Und natürlich findet man diesen Standard auch im Preisniveau der Stadt.

Wir haben unsere Zeit in Singapur als kleinen Ausflug in eine Großstadt angesehen. Besonders nach dem Besuch der armen Länder Laos und Kambodscha und später Malaysia ist der Kontrast umso größer und kaum vergleichbar. Singapur ist auch im übertragenen Sinne eine Insel, die sich eigenständig und wirtschaftlich sehr stark entwickelt hat.

Also haben wir uns ein einfaches gut gelegenes Airbnb genommen und uns treiben lassen. Mit der MRT lässt sich die Stadt günstig erkunden. Wir haben hier ein klein wenig Luxus geschnuppert und haben natürlich einem Schaufensterbummel in dem exklusiven Shoppingcenter gemacht und waren ganz dekadent einen Cocktail in der Bar vom Marina Bay Sands trinken.

Marina Bay Sands

Tipp: Für die Aussichtsplattform zahlt man S$20 Eintritt. Einfach daran zur Info weiterlaufen und nach der Bar fragen. Hier erhält man für die gleichen S$20 einen Verzehrgutschein für die Bar. Diese Summe braucht man auch für einen Cocktail hoch über der Stadt. Aber besser einen leckeren Cocktail oder ein kühles Bier in der Hand und die Aussicht genießen als neben in Bademäntel bekleideten Gästen auf der Plattform zu spazieren.

Kurios: Viele quartieren sich im Marina Bay Sands Hotel ein, um den exklusiven Infinity Pool genießen zu können. Dieser befindet sich hoch oben im 57. Stock und ist nur für Gäste begehbar. Diese machen anschließend auf der Aussichtsplattform einen kleinen Abendspaziergang – im weißen Bademantel 😉

Die Zimmer sind ab 300 Euro aufwärts buchbar. Die Marina Suite ist 200qm groß, hat einen Butler Service und viele weitere Annehmlichkeiten, kostet aber auch rund 1.200€ die Nacht. Die exklusivste Suite liegt bei rund 5000€. Nur um eine Vorstellung davon zu bekommen. Da sind wir mit unserem Cocktail ganz gut weggekommen – und konnten als Gäste der Bar auch in den Club, der direkt neben dem Pool liegt und einen Blick darauf erhaschen.

Marina Bay Sands in Singapur
Marina Bay Sands in Singapur

Chinatown, Arab Street und Little India

Einen „Luxus“ haben wir uns dennoch gegönnt: Wir waren in einem mit einem Michelin Stern ausgezeichneten Restaurant essen: Im Hong Kong Chicken Rice & Noodle. Bzw. wurde eigentlich die Straßenküche des Betreibers mit dem begehrten Stern ausgezeichnet. Anschließend hat der überraschte Koch ein Restaurant eröffnet, die Preise aber beibehalten. So konnten wir für zusammen S$3,50 speisen. Unter dem Restaurant darf man sich allerdings nichts exklusives vorstellen, denn eine Bestellnummer und Serviertablets gehören ebenfalls dazu wie die üblichen Plastikstühle.

Das Restaurant liegt mitten in Chinatown und ist gegenüber der großen Foodhall, wo der Straßenstand im zweiten Stock ebenfalls noch existiert (als wir da waren jedoch zu hatte). Das Viertel ist mittlerweile sehr touristisch, sodass auch die Preise dementsprechend hoch sind und viele Touristenstände entstanden sind. An den Seitenstraßen findet man kleine authentischere Stände und einige Tempel, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

Für ein günstiges Essen und einen schönen Bummel können wir Little India empfehlen. Schaut euch einen indischen Tempel an und lasst euch von den Gerüchen und Eindrücken treiben. Es ist eine komplett neue Kultur für uns und war sehr spannend zu erleben. Natürlich darf man das leckere indische Essen nicht verpassen.

Nähe der Arab Street kann man durch Geschichte laufen. Spannend zu sehen ist wie sich diese drei kleinen Viertel inmitten der Wolkenkratzer einreihen. Natürlich werden diese auch teils für den Tourismus genutzt, aber es ist schön zu sehen, wie die Kulturen erhalten bleiben und diese in den Stadtvierteln ausleben können.

Super Trees und Orchideen

Überraschender Weise findet man viele grüne Oasen in Singapur, die Stadtentwickler wollen gar eine Gartenstadt in den kommenden Jahren konstruieren. Am bekanntesten ist natürlich der Gardens by the Bay (vom Marina Bay Sands gibt es eine Brücke) mit den Supertrees Grove. Das Milliardenprojekt wurde vor fünf Jahren angelegt und ist per Fuß gut zu erkunden. Die etwa 20 Meter hohen Bäume aus einer Stahlkonstruktion sind mit verschiedenen Pflanzen umwachsen. Abends werden diese in der Regel beleuchtet. Irgendwie sind die Trees schon beeindruckend, aber irgendwie auch langweilig, bzw. nicht ganz nachvollziehbar. Warum künstliche Bäume schaffen, die fast selbsterhaltend sind, wenn echte viel hübscher und effizienter sind. Nur so ein Gedanke, aber bis auf den künstlerischen Effekt erschließt sich uns das Projekt nicht.

Im Westen der Stadt befindet sich der ebenfalls kostenlose botanische Garten. Auf mehreren Wegen kann man in den Regenwald oder in die Geschichte der Erde eintauchen. Das ist ganz spannend und auch recht gut dargestellt. Außerdem sind die Bäume und Pflanzen echt etwas besonders. Wen es interessiert, der sollte sich auf keinen Fall den Orchideengarten (S$5 Eintritt) entgehen lassen. Zu erreichen auch über den Botanical Garden. Es ist nicht nur der größte und vielfältigste der Welt, sondern auch schön angelegt mit mehreren Themen. Wir lieben Orchideen, also war das irgendwie gesetzt und Farben und Formen waren einfach toll.

Zusammenfassung

Singapur ist also teuer, aber auch abwechslungsreich und bunt und sicherlich einen Besuch wert. Unsere Tipps:

  • Unterkunft: Airbnb raussuchen oder ein günstiges Hostel in Chinatown
  • e-Ticket für die MRT besorgen und in den off-peak Zeiten fahren
  • Den Botanischen Garten kostenlos besuchen
  • Lecker Essen in Little India
  • Cocktail entweder im Riffles Hotel (ab 2018 wieder, aktuell wird die Originalbar, wo der Singapore Sling erfunden wurde umgebaut, daher sind wir ins Marina Bay ausgewichen)
  • Kronenburg Blanc in einer Bar mit Blick auf das Marina Bay Sands (oder oben in der Bar)

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