Reisebericht | Laos

Slow Boat Fahrt auf dem Mekong in Laos

März 9, 2017
Slow Boat Fahrt

Wenn man an Laos denkt, fällt einem vor allem der Mekong ein. Daher wollten wir es uns natürlich nehmen lassen, auf diesem zu reisen und starteten direkt mit einer Bootsfahrt. Diese stellte sich jedoch als weniger romantisch raus als gedacht.

Die erste Vorstellung von der Flussfahrt war die von einem alten nahezu romantischen Kan, auf dem man idyllische Stunden mit einem grandiosen Blick auf die Landschaft verbringt. Besonders mir schwebte ein schönes Holzboot vor, auf dem man schlief und tagsüber verweilen konnte. Doch weit gefehlt. Dafür hätten wir entweder (Jahre) früher oder mit weitaus mehr Budget kommen müssen.

Natürlich hatte ich mich auf mehreren Blogs informiert und konnte daher nicht erschüttert werden, spätestens nach der Reisewarnung in der „Gebrauchsanweisung für Vietnam, Laos und Kambodscha“. In Kapitel 1 berichtet Benjamin Prüfer direkt zu Beginn von der Fahrt, von der er gehofft hatte sie wohl als erster zu machen und ohne die vielen Touristen an Bord.

Wir entschieden uns also für eine Fahrt mit dem Slow Boat, einem alten Transportkan zwar aus Holz, jedoch so umgebaut, dass jede Menge Touristen auf alten Bussitzreihen Platz finden. Die Fahrt mit dem Slow Boat kostet 210.000 Kip p.P. und dauert zwei Tage. Schneller geht es mit dem Speed Boat. In knapp 8 Stunden bereist man den Mekong in einem sehr viel schmaleren Boot und mit einem sehr viel höheren Tempo. Der Fahrer und die Passagiere haben alle Helme auf dem Kopf und ihr Gepäck zwischen den Beinen. Da war unser Slow Boat sicherlich die entspanntere (und ungefährlichere) Variante.

So kauften wir uns morgens gegen 8 Uhr die Tickets am Office nahe des Anlegers. Das Boot legt erst gegen 11.30 Uhr, aber uns wurde (glücklicherweise) empfohlen, die Tickets früh zu kaufen. Ansonsten hätten wir hinten im Boot direkt neben dem Bier aber auch neben dem Motor Platz nehmen müssen. Da wird auch eine langsame Fahrt bei dem Lärm kaum erträglich. Zumal das Bier unfassbar teuer war (35.000 Kip, also 3-4 Mal so teuer wie sonst).

Wohlweislich nutzten wir die Wartezeit für ein Frühstück und um uns mit Proviant und Getränken einzudecken. Zu meiner Freude gab es Nutella – Für Laos verhältnismäßig natürlich teuer, doch der Genuss später allemal wert: Frisches Baguette mit Bananen und Nutella war für das Boot = perfekt.

Mit unseren Plätzen weit vorne, der Verpflegung, netten Sitznachbar und genügend Lesestoff wurde es dann doch eine sehr schöne Fahrt. Das Boot war trotzdem voll gepackt mit Touristen, aber die Aussicht entschädigte doch sehr.

Während der Fahrt stiegen immer wieder einige der wenigen laotischen Passagiere aus. Diese saßen meist beim Gepäck oder in der Nähe von Steuer oder Motor. Es war spannend zu sehen, an welchen entlegenen Stränden sie abgesetzt wurden und dann in den Dschungel entschwanden, aber machte auch nachdenklich.

Für Lesen, Unterhaltungen und viele Überlegungen zum Reisen etc. hatten wir insgesamt zwei Mal etwa 8 Stunden Zeit. Denn nach einem Stop in Pakbeng, ging es am nächsten Tag frisch weiter. Frisch vor allem, weil das Boot am nächsten Morgen gegen 8 Uhr ablegte und es ziemlich kalt in der Früh war.

Tipps für die Slow Boat Fahrt auf dem Mekong:

  • Besonders für den zweiten Tag warme Kleidung (Pulli / Socken) einpacken
  • Früh genug zum Ableger kommen, da es am zweiten Tag keine reservierten Plätze gibt.
  • Genügend Proviant und Getränke mitnehmen, da die Preise an Bord überteuert sind
  • Keine Übernachtung für Pakbeng auf dem Boot erwerben, es gibt genug vor Ort.
  • Vorher informieren über die Gegebenheiten, dann reist es sich sehr schön 🙂

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