Reisebericht | Laos | Thailand

Eine Busfahrt, die ist lustig – Von Thailand nach Laos auf dem Landweg

März 8, 2017
Busfahrt zur Grenze von Laos

Eine Grenzerfahrung ist laut Duden ein Erlebnis, bei dem eine Person hohen psychischen und/oder körperlichen Belastungen ausgesetzt ist. Dies trifft sicherlich auch auf die meisten Erfahrungen an asiatischen Landesgrenzen zu. Unser erstes Erlebnis diesbezüglich hatten wir bei der Fahrt von Thailand nach Laos.

Während man mit dem Flugzeug natürlich auch einreisen kann, so lebt es sich laut vielen Berichten sehr viel authentischer und günstiger wenn man Zeit mitbringt und auf die lokalen Beförderungsmittel zurückgreift. Daher machten wir uns in Chiang Rai mit unseren Backpacks auf zum Busbahnhof.

Dort fährt wohl auch ein Bus bis Laos durch und wartet auf seine Gäste. Diesen erwischten wir natürlich nicht, sondern fragten einfach nach. Die Frau sagte immer nur „Houax Sei“, was unserem Reiseziel in Laos entsprach. Jedoch stimmte nur die Richtung, nicht die Endhaltestelle.

Busfahrt von Thailand nach Laos

Wir entschieden uns also für einen kleinen roten Bus, der uns für nur 65 Baht p.P. angeblich bis nach Laos brachte. Ein Schnäppchen… Da nahmen wir auch gerne unsere Plätze neben dem Gepäck ein. Denn Vorbuchen muss man hier nicht. Der Bus fährt zwischen 8 und 16.30 Uhr stündlich ab dem Busterminal in der Stadt ab. Wir waren mit die letzten Gäste und es war (eigentlich) kein Platz mehr im Bus (3 Touristen, ansonsten Einheimische).

Es wurden einfach schnell die Boxen mit dem Fisch in den Bus nach unten gepackt und uns Platz gemacht. Dafür wurden unsere neuen „Sitznachbarn“ drei Kaffeemaschinen, ein Motorblock, ein Reissack und weitere Kisten, die alle während der Fahrt an unterschiedlichen Stationen ihren Besitzer wechselten.

Die letzte Reihe brachte uns einen guten Blick auf das Geschehen im Bus und auch nach draußen, da die Tür offen stand. So konnten wir beobachten, wie immer wieder Leute zustiegen oder das Gepäck zwischen uns an verschiedenen Stationen abgegeben wurde. Durch die offene Tür ging zwar fast einiges Gepäck verloren. Aber wie so häufig in Asien klappt es dann doch irgendwie, dass alles wohlbehalten am richtigen Ort ankam.

Wir bestaunten das Treiben und genoßen den tollen Blick auf die weite Landschaft, vor allem Reisfelder und Tiere. Für solche Momente reisen wir und würden in diesen Augenblicken mit keiner organisierten Tour tauschen wollen – auch wenn diese Fahrt uns noch einiges Umsteigen und Ärger einbringen sollte.

Grenzübergang nach Laos

Kurz vor der Grenze in Chiang Khong wurden wir aus dem Bus geschmissen und uns die direkt bereit stehenden Tuk Tuk (in Laos: Took Took) ans Herz gelegt. Für weitere 50 Baht fuhr uns dieses bis zur Grenze (man hätte auch laufen können, wie wir nach der nächsten Kurve festellen mussten), dann ein Bus über die Grenze (weitere 20 Baht) und schließlich ein neues Took Took (so stand es drauf 🙂 für 100 Baht p.P in die Stadt. Damit bezahlten wir für eine Strecke von insgesamt einer halben Stunde das dreifache (170 Baht p.P.) von dem, was wir von Chiang Rai bis vor die Grenze bezahlt hatten (65 Baht p.P. für eine Strecke von etwa drei Stunden).

Hinzu kamen 20 Baht „Overtime Fee“ an der Grenze, da das Büro offiziell nur von 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr geöffnet hat. Vorher und nachher sowie natürlich am Wochenende muss man draufzahlen. Unser Visum für Laos hatten wir jedoch schon in Deutschland bei der laotischen Botschaft beantragt und mussten deshalb hier nicht lange anstehen (ansonsten 35 Dollar bereithalten). Es kam uns alles ein wenig wie Abzocke vor doch leider hat man keine Wahl und muss sich der Tuk Tuk Mafia beugen, wenn man hier nach Laos einreisen will – Aufregen erlaubt.

Ankunft und Übernachtung in Houax Sei

In Laos in Houax Sei schließlich angekommen fanden wir direkt ein nettes Hostel, dass Malte direkt mal im Preis von rund 11 auf 7 Euro runterhandelte. Wir hatten bereits in Thailand mit einem Mädel, das wir getroffen hatten, von Baht in Kip getauscht, sodass wir hier nicht zu einem richtig schlechten Wechselkurs Geld tauschen brauchten, sondern schon von Anfang an Millionäre waren. In Laos sind etwa 8.500 Kip ein Euro. An den Automaten kann man nur bis zu 2 Millionen (an einigen nur 1 Millionen) Kip abheben. Dazu kommen jeweils die Gebühren vom Automaten und ggf. Gebühren der eigenen Bank, was sich schnell im Budget niederschlägt. Jedoch sollte man auch nicht zu viel abheben, da man mit Kip nicht ausreisen darf und diese nirgendwo gewechselt bekommt (daher war das Mädel auch sehr froh mit uns tauschen zu können, da sie gerade aus Laos kam).

Gemütlicher Ausklang in Laos

In Houax Sei hatten wir eine sehr nette Begegnung und Abendessen mit dem Asienwissenschaftler Simon. Er erzählte uns von seiner Diplomarbeit in Laos und empfahl uns direkt das Nationalgericht (Larp oder Lab oder auch Laab) dazu Beerlao und leckere Würstchen vom Grill. Unser erstes Beerlao war ein voller Genuss, und uns war schnell klar: dies würde nicht das letzte sein. Solltet Ihr irgendwo mal die Finger an ein Beerlao bekommen – unbedingt probieren. Es ist sogar auf Maltes Top 5 Bierliste gelandet.

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