Volunteering

Ein Anfang ist gemacht…

April 13, 2017
Geschafft - Gruppenbild

Um das Dorf Ban Hang Khone möglichst effektiv in der vorhandenen Zeit zu unterstützen, sammelten wir viele Ideen und waren eifrig dabei alles in Konzepte zu verfassen. Natürlich ließen wir dabei die Gesamtsituation des Dorfes nicht außer Acht, jedoch wohl die Lebensweise und die Kultur der Laoten. Unser Eifer wurde schnell gebremst und wir mussten feststellen, dass wir A) zu viel wollten und B) niemandem auf den Schlips treten durften. Die Dinge laufen hier etwas anders, vor allem aber viel langsamer.

Und ohne Bezahlung bzw. Kommission geht hier gar nichts. Jeder muss seinen Anteil bekommen, sonst brauchst Du gar nicht anfangen. Für uns unverständlich ist die kurzfristige Denkweise der Laoten, denn sie denken kaum weiter als die nächste Woche (bzw. die nächsten 24 Stunden). Aufgrund ihrer schlechten Bildung verstehen sie die Zusammenhänge von Ökosystem, dem Dammbau und der Umweltverschmutzung nicht. Ihnen ist auch nicht direkt bewusst, dass ein sauberes Dorf und ansprechende Homestays für Touristen attraktiver sind, und sich so eine neue Einnahmequelle entwickeln ließe.

Nach vielen Diskussionen, Dämpfern und unterschiedlich verstandener Zusagen konzentrierten wir unseren Einsatz auf drei Ideen: Englischunterricht an der Grundschule, ein wöchentliches Mittagessen für unsere Schüler und einen kleinen Schulgarten.

Nachdem wir nach zehn Tagen die Erlaubnis für alles hatten, konnte es dann endlich losgehen. Wir waren ganz schön aufgeregt und wussten nicht so richtig, was wir erwarten sollten. Ein Bekannter übersetzte die Aussage vom Lehrer, dass es 3 Klassen mit jeweils 15 Schülern zwischen 6-8, 8-10 und 10-12 Jahren gäbe. Diese einzige Information, die wir erhielten, sollte sich auch als Auslegungssache erweisen.

Start in der Schule

Natürlich bereiteten wir uns sorgfältig vor, hatten Stifte und Schulhefte für alle Kinder besorgt und versuchten uns an zwei Lao-Englischbüchern für Grundschulen. Die erste Stunde bereiteten wir akribisch für die beiden älteren Klassen vor, aber alles half nichts. Wir waren in der ersten Stunde ganz schön überfordert. 47 Kinder saßen in der selben Klasse, nur getrennt durch die Reihen in die 3 Klassen.

Wir hatten uns nicht abgesprochen, wer was machen würde, da wir von getrennten Klassen ausgegangen waren. Daher – und aufgrund der Hitze im Raum – wurde die Stunde recht anstrengend. Aber wir planten einfach neu, lernten schnell und waren besser vorbereitet die nächsten Male. Die Kleinen lieben Spiele und Musik und dementsprechend gestalteten wir den Unterricht. Außerdem haben wir immer wieder neue Objekte mit in den Unterricht gebracht, die die Kinder aus ihrem Alltag kannten. Alle waren sehr wissbegierig und so begann der tägliche Unterricht richtig Spaß zu machen.

Ein tagesfüllendes Projekt ist das natürlich nicht. Daher riefen wir ebenfalls eine Art „Business Class“ für English ins Leben. Im 5km entfernten Hang Khone unterrichteten wir ca. drei Mal die Woche Mitarbeiter aus den Bereichen Gastronomie und Guesthouses. Wir lehrten sie den gesamten Bedienungsprozess vom Eintritt des Kunden bis zur Bezahlung. Wir hatten viel Spaß zusammen und vor allem die Rollenspiele haben für einige Lacher gesorgt. Ab und an bekamen wir frische Frühlingsrollen mit viel Minze und Erdnüssen. Davon hätten wir uns praktisch ernähren können, so gut waren die 🙂

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