Reisebericht | Thailand

Chiang Mai

Februar 25, 2017

Chiang Mai ist eine schöne Stadt zum längeren Verweilen. Wir haben uns hier schon fast ein bisschen wie Zuhause gefühlt. Das lag zum einen an unserem netten Viertel in Old Town, an der Größe der Stadt – kleiner als Bangkok, obwohl es in den letzten Jahren stark gewachsen ist – und an unserem Hostel mit sehr netten Gastgeber-Mädels. Wenn wir mal wieder von einem Ausflug ins Hostel zurückkamen, haben wir uns auf die Stadt gefreut. Erstmal unsere Wäsche zur günstigsten Laundry um die Ecke gebracht (30 Baht pro Kilo), uns den besten Fruit-Shake auf dem Markt ein paar Straßen weiter mixen lassen und uns zum Abschluss des Tages ein Chang und Mango mit Sticky Rice gegönnt. Insgesamt sind wir zehn Tage in Chiang Mai geblieben und können Euch eine Reise in den Norden von Thailand nur ans Herz legen. In der Umgebung lässt sich viel unternehmen und entdecken.

Anreise und Unterkunft

Nach Chiang Mai kann man von Bangkok bequem per Flugzeug, Bus oder Zug reisen. Wir sind von unser vorherigen Station mit dem Zug in die Stadt im Norden gefahren. Im Zug haben wir mit den Touristen in der 2. Klasse mit Ventilator gesessen. Es ist eine tolle Art Leute kennenzulernen. So haben wir hier ein liebes Pärchen aus Ratingen kennengelernt, die auf ihren ausgedehnten Weltreise-Flitterwochen waren. Die Reise in der 3. „Holzklasse“ (hier wurden noch die Holzbänke aufgebaut) ist bei einer längeren Fahrt nur bedingt empfehlenswert, da man dort keine festen bis gar keine Sitzplätze hat.

Aufgrund der immer stärker wachsenden Popularität von Chiang Mai finden sich hier super viele Hostels. Wir haben uns online inspirieren lassen und uns vor Ort dann nochmal umgeschaut, was uns besser gefallen könnte. Aufgrund des Flower Festivals war vieles ausgebucht, aber dank unserer tollen Hosts wurde für uns ein bis dato leeres Zimmer mit Matratze und Tisch bestückt. Mit einem Lächeln, einem netten „Sawadee ka“ und einfach mal fragen haben wir bislang die besten Unterkünfte bekommen. Die Thailänder sind uns gegenüber bisher immer hilfsbereit gewesen, die Zimmer kann man sich vorher ansehen und häufig haben wir Tipps für die Umgebung erhalten.

Da wir vor Ort einige Tage waren, konnten wir natürlich mehrere Sachen ausprobieren, besonders beim Thema Essen. Es gibt eine Riesenauswahl an nationalen und regionalen Spezialitäten, die wir natürlich testen mussten. Mit der Zeit und wegen ausbleibender Magenprobleme sind wir immer mutiger geworden. Egal ob an Straßenständen, im Diamond Breakfast Club oder auf dem Nachtmarkt, wir haben wirklich sehr lecker gegessen. Um die Köstlichkeiten auch Zuhause genießen zu können, haben wir uns bei einem Kochkurs angemeldet – solltet Ihr auch probieren. Am authentischsten, günstigsten und auch leckersten haben wir in einem kleinen Restaurant gegessen dass wir rein zufällig entdeckt haben. Anschließend ein Glas Rum aus unserem Flachmann gegen die Bedenken und ab ins Bett.

Unsere Highlights in Chiang Mai

  • Die Wats

Die Stadt hat einige schöne Tempel vorzuweisen, von denen wir allerdings nicht alle gesehen haben. Leider ist in den meisten Tempeln wenig bis keine Information zu den Bedeutungen, der Geschichte oder der Buddhistischen Sektion zu bekommen. Das ist schade, denn so erhält man keinen richtigen Zugang zu dieser Religion. Unsere Empfehlung an Euch; wenn Ihr interessiert seid, dann lest Euch vorher ein. Ansonsten tritt schnell ein Gleichgültigkeitsgefühl ein aller „Schau mal noch ein Wat“. Generell sind die Tempel aber sehr stimmungsvolle Orte an denen sich gut verweilen lässt.

Angeschaut haben wir uns Wat Phra Singh, Wat Phan Tao und Wat Lokmolee. Ersterer ist ein königlicher Tempel erster Klasse mit einem weitläufigen Tempelgelände. Besonders beeindruckt hat uns der riesige goldene Chedi hinter dem Tempel und ein Platz mit buddhistischen Weisheiten in einer versteckten Ecke weiter hinten. Dort hielten Mönche ganz ungezwungen einen Schnack mit Touristen.

Der Wat Phan Tao dagegen wirkt wie ein Tempel aus einer anderen Zeit, da sich Architektur und Materialien von dem üblichen Rot, Weiß, Gold abheben. Dieser Tempel ist aus Teakholz geschnitzt und überrascht mit einem kleinen Garten am Ende eines Gebetsweges aus Bambusgeflecht. Gelbe Laternen in den Bäumen erzeugen eine wunderbare Stimmung.

Wat Lokmolee ist ebenfalls ein älterer Tempel mit vielen Schnörkeln und Verzierungen. Der altertümliche Chedi passt bestens hierher und sorgt für eine ähnliche Stimmung wie in den Ruinen von Sukhothai.

  • Massage

Die Prisoners Massage, also einer Massage von Gefängnisinsassinnen solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen. Sagte man uns zumindest, denn wir haben keinen Termin mehr bekommen. Am besten Ihr seid morgens ein bisschen früher da 😉

  • Essen

Probiert auf jeden Fall immer die lokale Küche aus! Es gibt in Thailand eine große Auswahl an leckeren Gerichten, an die man sich ruhig rantrauen sollte. Je nachdem ob Ihr im Norden oder im Süden seid, sind die Gerichte unterschiedlich. Unsere Empfehlung: Pad Thai, Papayasalat und auf jeden Fall unser Dessert-Favorit in Thailand: Mango mit Sticky Rice. Der war übrigens am besten auf dem Chatuchak Markt in Bangkok.

In kürze kommt ein ganzer Speisebericht mit unseren kulinarischen Erlebnissen. 

  • Märkte

Richtige Supermärkte oder Spezialitätenläden gibt es in Thailand nur selten. Besonders frisch und authentisch könnt Ihr daher am besten auf den Märkten einkaufen und essen. Natürlich muss man hier darauf achten, wie Fleisch und andere Waren aufbewahrt werden. Denn die Märkte in Thailand sind nicht zu vergleichen mit unseren Stadtmärkten. Häufig reihen sich in großen Hallen mehrere Stände mit Obst, Fleisch und auch Fisch nebeneinander. Es riecht bisweilen sonderbar und die Gänge sind nass vom morgendlichen Reinigen. Dabei kann es auch passieren, dass eben die Hygienebestimmungen (sofern es welche gibt) nicht so ernst genommen werden (um es gelinde zu sagen).

Daher stellt euch darauf ein, lasst es aber auch nicht aus. Es ist sehr spannend, das Markttreiben, die angebotenen Sachen und die Leute zu beobachten. Dabei kann man sich einfach an seine eigene Einschätzung halten und nur das probieren, was einem selbst zusagt. Oder an die altbekannte Regel halten: „Cook it, peel it or leave it“ oder ein Schnaps hinterher… (so haben wir es anfangs gehalten, ein kleiner Rum danach hat noch niemandem geschadet).

Der Night Market im Osten der Stadt lockt Abends mit einem chilligen bis alternativen Ambiente und Live-Musik. Man sitzt auf Paletten, lässt sich Eis-Crépes auf der Zunge zergehen und trinkt das ein oder andere Chang. Die Preise sind allerdings in diesem Bereich des Night Markets eher etwas für das westliche Portmonee.

Neben den täglichen Märkten findet in Chiang Mai jeden Samstag und Sonntag der Walking Street Market statt. Hier findet Ihr neben einer großen Auswahl an Essen auch Taschen, Flip Flops, Hosen, Shirts und Souvenirs. Wir waren relativ früh da und haben quasi hinten, also am meist abgelegenen Punkt angefangen und uns nach vorne durchgearbeitet, da es abends immer voller und drängelnder wurde.

Am besten hat uns allerdings ein kleiner Markt im Nord-Osten von Old Town gefallen. Nicht nur weil er direkt um die Ecke unseres Hostels war, sondern weil es dort den besten Müsli-Shake mit Früchten gab.

Eine alte Backpacker-Regel besagt, dass man spätestens nach 11 Tagen weiterziehen sollte, sonst bleibt man hängen. Also haben wir unsere Basis in Chiang Mai aufgegeben und uns nach Ching Rai aufgemacht. Nach drei Wochen ununterbrochenen Reisens hat uns dieser längere Aufenthalt sehr gut getan. In unserem nächsten Reisebericht möchten wir Euch allerdings noch von unseren Abenteuern in der Umgebung erzählen; der rührenden Begegnung mit den Dickhäutern, dem Dschungel, unserem Kochkurs und dem Abstecher ins Liebesnest und Hippiedörfchen Pai.

  1. Sehr schön geschrieben. Wir freuen uns auf mehr 😉 Und so einen kleinen Bericht über Maltes Tigerkampf? Habe ich immer noch nicht verstanden *lach*. Liebe Grüße aus der Heimat. Hier kommt langsam der Frühling raus.

  2. tigerkampf? hahaha das würd ich auch gern lesen 😀

    ein sehr schöner bericht und so verlockend, dass ich fast ein flugzeug besteigen würde um auch hinzufliegen 😉
    freu mich schon auf den nächsten bericht!
    ganz viel spaß euch beiden :*

  3. Ich verstehe immer nur Tigerkampf! Deshalb das Pflaster am Arm?
    Euer Bericht macht wirklich Lust auf Thailand und mehr. Ob wir da auf unsere alten Tage noch hinkommen? Mal sehen, wir freuen uns jetzt erst mal auf Kuba.
    Eine schöne Zeit euch beiden, bitte keine Wildtierkämpfe!
    Seid ganz fest gedrückt!!!

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