Reisebericht | Thailand

Unser Abenteuer rund um Chiang Mai

März 5, 2017
Hiking - The Germans

Wie in unserem letzten Bericht über Chiang Mai angekündigt, wollen wir Euch nun an unseren Ausflügen teilhaben lassen, für die wir Chiang Mai als Basis genutzt haben. In der Umgebung der Stadt gibt es viel zu erleben und obwohl Chiang Mai bis dato unser längster Aufenthalt war, haben wir nicht alles geschafft – wobei hier „alles“ natürlich immer relativ ist. Die Frage ist ja eher, was man sich selbst vornimmt. Wir haben uns nach drei Wochen unterwegs auch mal einen freien Tage eingestanden und damit gleichzeitig vielleicht einige im Reiseführer stehenden Highlights „verpasst“.

Wir waren zum Beispiel nicht in dem Tempel der oberhalb von Chiang Mai liegt und von dem man einen fantastischen Blick auf die Stadt haben soll. Am besten Ihr mietet Euch einen Roller und fahrt früh los, denn es soll wesentlich schöner sein, wenn es nicht so überlaufen ist. Ebenfalls nicht gesehen haben wir den Stausee im Nord-Westen, der auch gut mit dem Roller zu erreichen ist – ein Badesee der jüngeren Thais.

Wir haben jedoch gemerkt, dass es nicht so wichtig ist alles zu sehen, sondern die Zeit zu genießen. Jeder muss aber seinen eigenen Reise-Rhythmus finden.

Ein ganz besonderes Treffen mit Elefanten

Der Besuch des Elephant Retirement Parks war eines unserer Highlights der bisherigen Reise. Im Elephant Retirement Park, einer Auffangstation in der Nähe von Chiang Mai werden die Tiere gut behandelt – Reiten und Schlagen sind absolut TABU. Daneben gibt es noch den Sanctuary Park, eine staatliche Organisation, die sich ebenfalls für die Rettung von Elefanten einsetzt.

Der von uns besuchte Retirement Park wird von einem Investor und den Einnahmen der Besucher (rund 65 Euro für einen Tag) finanziert. Die aktuell sieben Elefanten wurden freigekauft und nun wieder aufgepäppelt und gepflegt, nachdem sie als Touristenattraktion, Zirkus- oder Arbeitselefant teils schwer gelitten haben. Leider sieht man ihnen das auch an, besonders wenn man weiß worauf man achten muss. Wir sind nach dieser Erfahrung viel empfindsamer und aufmerksamer dafür.

Wenn Ihr selbst Elefanten begegnet, werdet Ihr feststellen, dass viele der Elefanten in den Touristenattraktionen schlecht heilende Wunden von den Stöcken und Harken der Mahouts haben. Denn die Haut der Dickhäuter ist empfindlicher als man denkt. In der freien Wildbahn pflegen die Elefanten ihre Haut täglich mit Schlamm und Sand was in Gefangenschaft oft vernachlässigt wird. Im Retirement Park werden  die Wunden mit Medikamenten versorgt und wir als Touristen übernehmen die Hautpflege. Es schien den sanften Riesen sehr gefallen zu haben. Wir haben sie gefüttert, mit Schlamm abgeschrubbt und waren anschließend mit ihnen baden. Dabei haben wir eine große Nähe zu den Elefanten gespürt. Die Elefanten waren sehr zutraulich und hatten die Freiheit wegzugehen, wenn sie keine Lust mehr hatten oder es ihnen zu viel wurde. Malte hat dies zu spüren bekommen, als ein Baby ihn im Spiel einfach mal umgeschupst hat.

Die Mahouts vor Ort haben die Elefanten versorgt und so wie wir es beobachten konnten gut behandelt. Auch wenn das Ticket verhältnismäßig teuer war, so hat es sich total gelohnt und wir haben nun einen ganz neuen Zugang zu diesen tollen Tieren erhalten, von denen es nur noch ca. 1300 frei lebende Exemplare in Thailand gibt.

Bitte tut uns den Gefallen und reitet niemals auf Elefanten oder schaut Euch fragwürdige Shows an. Kein Tier verdient es so behandelt zu werden. Leider mussten wir an anderer Stelle in Thailand mit ansehen wie Elefanten zur Unterhaltung von Touristen ausgebeutet werden. Nach unserer Hautnah-Erfahrung hat uns das die Tränen in die Augen schießen lassen.

Thai Koch-Kurs

Wie sehr sich unsere deutsche bzw. europäische Küche von der thailändischen unterscheidet, schmeckt man direkt beim ersten Bissen. Es werden ganz andere Gewürze verwendet, die man erstmal so bei uns nicht findet. So zum Beispiel das thailändische Basilikum, Zitronengras, die Blätter von einem Limettenbaum der keine Limetten trägt, uvm., das wir beim Marktbesuch und auf der Farm der Smile Organic Cooking School erleben und direkt kosten konnten.

In Chiang Mai gibt es eine großes Angebot an Kochkursen. Wir haben uns für einen ganztägigen Kurs auf einer Organic Farm etwas außerhalb entschieden, bei dem wir insgesamt acht Gerichte gekocht haben und einen tollen Einblick in die thailändische Küche gewinnen konnten. Wie wir mal wieder gemerkt haben, essen die Asiaten sehr viel schärfer als wir. Bei der Suppe wählten die meisten eine Chilischote, Malte 3 und eine thailändische Teilnehmerin, die neben mir kochte, ganze sechs Stück. Während sie die Tom Yam genoss, liefen bei einigen anderen schon die Schweißperlen von der Stirn. Insgesamt konnte aber jeder immer so würzen, wie er wollte und sich ausprobieren. Das Essen, besonders das Curry und das Dessert, waren der Hammer, ein Lob an uns selbst als Köche 😉

=> In unserer Kategorie „Speisen“ berichten wir bald mehr von der leckeren Küche unterwegs! Zum Abschluss des Tages waren wir bei den Hot Springs, ein schöner Ausklang, aber nicht unbedingt lohnenswert. Wer braucht heißes Wasser, das ein wenig nach Schwefel riecht, bei 30° Grad Lufttemperatur?

Hiking im Dschungel

„Die Deutschen sind bekannt für Sauerkraut und Hiking“, so wurde uns mitgeteilt 😀 Dieses Klischee haben wir den Kanadiern, die dies äußerten insofern bestätigt, als dass wir die stets die ersten bei unserer Wanderung waren, während unser Guide stets von hinten betonte „Holiday, no marathon“.

Da wir natürlich in Asien auch gerne die Natur erleben wollten, haben wir direkt von Bangkok aus einen Hiking Trip im Thai Tourist Center (bei Marc) gebucht. Zusammen mit einem Guide, drei Kanadiern und 4 Argentiniern waren wir drei Tage im Dschungel unterwegs. Insgesamt war es ein toller Trip mit toller Landschaft, einer netten Gruppe und schönen Abenden am Lagerfeuer, wobei das Hiking eher Nebensache war. 

Abgeholt wurden wir von einem Tuk Tuk, in dem bereits ein Paar saß in professioneller Trecking-Kleidung und zwei dicken Rucksäcken. Wir hatten unsere Backpacks im Hostel gelassen und nur einen schmalen Rucksack für uns beide mit. Doch wie sich rausstellte, zählt nicht die Kleidung 😉 Den ersten Hike haben wir dann auch in 2,5 statt 3,5 Stunden hinter uns gebracht und waren früher als gedacht im Camp. Anschließend war Freizeit angesagt, welche für eine ausführliche Dusche, Rum oder einen kleinen Erkundungstrip in die Umgebung zumindest bei uns genutzt wurde. Abends hat unser Guide für uns gekocht und wir haben den Abend am Lagerfeuer ausklingen lassen.

Geschlafen haben wir bei diesem Trip kaum, was unter anderem an den Hühnern lag, an der Tatsache dass alle in einem Raum geschlafen haben und an Chinese New Year. Im nahe gelegenen Dorf haben die Einheimischen das Fest gefeiert, dabei getanzt und vor allem geknallt. Besonders die Kinder hatten Spaß an den Feuerwerkskörpern…

Der zweite Tag war ebenfalls nur mit etwa 2-3 Stunden Hiking verbunden, aber dafür führte uns unser Guide zu insgesamt drei Wasserfällen. In der Region sollte es noch frei lebende Affen geben, weshalb wir ruhig sein sollten, was aufgrund des Rum Katers für alle sehr angenehm war. Gesehen haben wir nur einen Affen im zweiten Camp, der dort lebte und stets versucht hat, Plastik, Sonnenbrillen oder Alkohol zu klauen. Mittags haben wir Nudeln mit Gemüse gegessen, die unser Guide morgens vorbereitet hatte und wir in Bambusblättern mit uns getragen haben. Über einem Feuer am Wasserfall wurde alles erhitzt.

Am letzten Tag stand nach einem kurzen Hike Rafting (bei sehr niedrigem Wasserstand)  und ein Elephant Ride auf dem Programm. Wir waren froh, dass sich alle dagegen entschieden haben, auf den Elefanten zu reiten und besonders nach unserer Erfahrung im Retirement Park erschüttert und betroffen, wie die Elefanten vor Ort behandelt wurden.

Ausflug von Chiang Mai nach Pai

Hippiedorf, Geheimtipp und tolle Landschaft – Mit diesen Stichworten wird Pai in vielen Artikeln belegt. Wir würden eher abweichen davon und sagen: Kurvenreiche Anfahrt, überlaufen und (das wirklich!) tolle Landschaft.

Der kleine Ort Pai ist ein Dorf in den Bergen und war wohl mal ein Geheimtipp. Es immer noch sehr schön, aber das haben eben mittlerweile auch andere erkannt. Täglich werden ab Chiang Mai für 180 Baht Busfahrten in das entlegene Dorf angeboten (ab dem Busterminal kostet die Fahrt 150 Baht p.P.).

Nach einer sehr kurvenreichen, 3-stündigen Fahrt stiegen wir am frühen Abend an der Busstation aus, die sich direkt im Zentrum befindet, wo auch der Nachtmarkt stattfindet. Super, weil wir direkt da waren, erschreckend, weil da auch noch ganz viele andere hauptsächlich europäische und chinesische Touristen und einige Hippies unterwegs waren.

Wir hatten dann aber doch sehr schöne Tage in Pai. Unser Funhouse Hostel war etwas abgelegen und unser Host sehr nett. Typisch für das Örtchen war James ein älterer Herr aus England, der seit 16 Jahren in dem Dorf lebte und sich dort gerne mit seinen Gästen unterhält. Als wir ankamen, war er grade auf dem Weg zu den Hot Springs und einer anschließend stattfindenden Party. Man kann hier wirklich eine ruhige und entspannte Zeit haben, aber auch viele Leute kennenlernen.

So ziemlich jeder in Pai fährt Scooter. Das ist sehr schön, aber man sollte dabei auch durchaus bedenken, dass es für viele das erste Mal auf einem Roller ist.  So passieren häufiger mal Unfälle. Wenn man aber auf den Verkehr Acht gibt und sich vielleicht vorher ansonsten mal auf einer ruhigen Strecke ausprobiert, klappt es sehr gut, weil die Autofahrer hier wissen, dass viele auf dem Roller oder Rad unterwegs sind. Also keine Sorge und einfach einen mieten (100-200 Baht + Sprit) und die Umgebung erkunden, denn das lohnt sich!

Wir waren bei einem Hot Spring (sind aber aufgrund der 200 Baht Entrance Fee nicht rein, also vorher erkundigen ;)), sind dann zum Canyon (kostenlos und wirklich sehenswert, aber trittsicheres Schuhwerk anziehen!), ins Chinese Village und auf einen View Point. Abends auf dem Nachtmarkt essen und mit einem Chang und einem Buch auf einer der Liegen im Hostel entspannen – Enjoy!

Fazit Chiang Mai

Insgesamt hatten wir in Chiang Mai und Umgebung tolle, erlebnisreiche aber auch zwischendurch erholsame Tage. Wir können den Norden von Thailand nur jedem ans Herz legen, da er noch nicht so überlaufen ist, im Verhältnis daher günstig und zum Wohlfühlen einlädt. Wie sind Eure Erfahrungen?

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