Reisebericht | Laos

Ein längerer Besuch auf den 4.000 Inseln

April 9, 2017

Ban Hang Khone hat uns in seinen Bang gezogen. Kennt Ihr nicht? Don Khone? Ansonsten sicherlich die 4.000 Islands. Oder Ihr wollt sicherlich an unserem Volunteering Projekt teilnehmen und länger hier verbringen? Wir erzählen unsere Tipps für die Inseln.

Si Phan Don, wie der laotische Name für die 4.000 Inseln lautet, liegt im Süden von Laos. Vom kleinen Dorf Ban Hang Khone konnten wir schon Kambodscha auf der anderen Seite des Mekong sehen und mussten beim Kanufahren auf die quer verlaufende Grenze achten. Jedenfalls wurde uns geraten, nicht in kambodschanische Gewässer zu fahren, da keiner so richtig weiß wie die Behörden reagieren…, aber es könnte teuer werden.

Von den 4.000 Inseln sind vor allem Don Khong (die größte Insel), Don Det (die Partyinsel) und Don Khone (die Naturinsel, direkt unter Don Det) bekannt. Don Khong ist die flächenmäßig größte Insel, wird von Touristen meist nur für Tagestouren angefahren und ist noch ziemlich ursprünglich. Südlich davon liegt Don Det, die als Partyinsel bekannt ist. Hier fahren hauptsächlich junge Gäste hin, um in der Hängematte zu liegen, in den Bars einen „Happy Shake“ zu trinken oder sich einen „Space Cake“ zu genehmigen. Es ist der perfekte Platz um zu relaxen und sich in einem Tube treiben zu lassen (analog Vang Vieng), eine Kanufahrt zu machen oder abends am Wasser zu sitzen. Don Khone ist die ruhigste Insel.

Eine alte französische Brücke verbindet die beiden südlichen Inseln Don Det und Don Khone. Beide Inseln werden von Nakasong aus per Boot angesteuert. Nach Don Det gelangt man für 15.000 Kip, nach Don Khone für 20.000 Kip pro Person. Auf dem Festland in Nakasong ist übrigens auch der letzte ATM, an dem man sich unbedingt nochmal 1,5 Millionen am Automaten vom BCEL abholen sollte für die Tage auf den Inseln. Ansonsten bleibt nur tauschen, bei Pans Guesthouse mit 6% abheben oder mit einem Boot zurückfahren (50.000 Kip hin und zurück).

Wir haben uns auf unserer Reise für Don Khone entschieden, um den Touristen ein bisschen zu entfliehen. Die ruhigere Insel ist vor allem bekannt für seine Wasserfälle und die Möglichkeit, die vom Aussterben bedrohten Irrawaddi-Delphine zu beobachten. Direkt an der Brücke liegt das Dorf Bang Khone mit mehreren Guesthouses, Restaurants und Verleihern für Fahrräder und Scooter. Letztere braucht man auf der Insel, da sich die holprigen Wege bei der Hitze ganz schön ziehen. Wobei das auch passieren kann, wenn das ausgeliehene Rad mal wieder einen Platten oder eine festgefressene Bremse hat… Chinese Quality 🙂 Alternativ kostet die Fahrt im Tuk Tuk zum Viewpoint 80.000 Kip p.P.

Mit den Wasserfällen, den Delfinen und einer Jungleroute (per Rad) gibt es auf jeden Fall genug Attraktion für die kleine Insel. An der Brücke werden aus Richtung von Don Det  35.000 Kip Entrance Fee verlangt. Das Geld geht jedoch nicht an die Insel, sondern ist der Eintritt für den Wasserfall. Wenn Ihr also nicht dorthin wollt, am besten einfach weiterfahren und behaupten Ihr wohnt auf Don Khone.

Einfach der Straße von der Brücke weiter folgen und nach einiger Zeit weisen die Schilder auf die „Watterfalls“ 🙂 hin (falls Ihr das Ticket an der Brücke kauft, unbedingt für den Eintritt aufheben). Am Tat Sophamit kann man gut einen ganzen Tag verbringen. Es gibt ein Restaurant, mehrere Bungalows und einen Strandabschnitt der zum schwimmen und relaxen einlädt. Wagt Euch aber bitte nicht aus dem natürlichen Pool heraus, die Strömung wird direkt dahinter richtig stark.

Wasserfälle und Geisterbesuche

Den Wasserfall Li Phi kann man sich nur anschauen, aber nicht reinspringen. Ist vielleicht auch ganz gut so, denn laut www.laos-reise.info/don-det-don-khon/ glauben die Einheimischen, dass im Li Phi (Seelenfalle) verdorbene Seelen gefangen werden und flussabwärts treiben. Freundliche Menschen haben laut world-insight (https://www.world-insight.de/fileadmin/data/2017/pdf_reisebeschreibungen/laos-und-kambodscha.pdf) nichts zu befürchten. Ob dies immer noch so angenommen wird, haben wir nicht herausgefunden. Grundsätzlich ist der Geisterglaube in der Kultur sehr stark verankert. So haben die Einheimischen Angst vor der Dunkelheit und laut unserem Host bringt es Unglück, wenn man auf dem Wasser kentert. Diejenigen die auf dem Wasser verunglücken erhalten keine Beerdigung. Manche Inselbewohner überqueren nicht einmal die Mitte der Insel nach Süden, wegen einer Geisterbarriere. Und versucht mal nachts ein TukTuk auf der Insel zu bekommen 😉

Nicht weit von den Inseln befinden sich die Kon Phapheng-Wasserfälle, es sind die weitesten der Welt, daher sind sie auch nicht per Boot zu erreichen. Die Wassermassen und die Geschwindigkeit sind schon atemberaubend. Es werden viele Ausflüge ab Don Det und Don Khone zu den Fällen organisiert, für die 55.000 Kip Eintritt fällig werden. Wir haben die Wasserfälle als Teil einer Kanutour besucht (170.000 Kip inklusive Frühstück, lunch und Eintritt für die Wasserfälle). Mit einer Gruppe von etwa 20 Personen, jeweils zu zweit im Boot sind wir von Don Det zu einigen Wasserfällen gepaddelt, haben Delfine beobachtet und waren in einer Strömung schwimmen. Unser Guide ist als erster ins Wasser gesprungen und hat die Gruppe motiviert nachzukommen. Er hat sich NICHT an den Steinen im teils flachen Wasser gestoßen, die Hälfte von uns schon 😉 Vorsicht, einige hatten von den blauen Flecken mehrere Tage etwas…

Nach sechs Wochen Don Khone können wir folgende Restaurants empfehlen:

  • Leckere Omeletts mit Käse oder alternativ Gemüse haben wir uns bei „Chez Fred & Lea“ gegönnt. Der Inhaber ist Franzose, seine Frau Laotin und beide sehr freundlich. Die Karte ist auf englisch und französisch. Das Bistro hat morgens geöffnet und dann meistens wieder ab etwa 18 Uhr „Lao Time“. Auch die Pancakes sind nicht zu verachten, zumal dazu sehr leckere selbstgemachte Marmeladen, Erdnussbutter und Nutella serviert werden.
  • Die besten „fresh spring rolls“ (mit viel Minze und Erdnüssen) haben wir regelmäßig im „The Gardens Restaurant“ gegessen. Der Chefkoch Done ist super freundlich und spricht gutes Englisch. Er hat einen guten Geschmack und ist sehr ordentlich, was man auch dem Restaurant anmerkt. Ganz vorne ist die besonders für asiatische Verhältnisse sehr aufgeräumte Küche, in der der Chefkoch zusammen mit Dimi, Bo und Joy vor Euren Augen frisch kocht.
  • Zur Erfrischung bei der Hitze auf den 4.000 Inseln eignen sich leckere Fruit Shakes, die man eigentlich überall erhält. Ein Stand in der Nähe vom Anleger hat die größte Auswahl an Früchten auf der Insel. Hier haben wir auch unsere Bananen und Mangos für unsere Sandwiches und den Sticky Rice gekauft.
  • Nach einem langen Marsch aus dem anderen Dorf haben wir uns auf einen Iced Chocolate Shake und einen Coffee Banana Shake im „Farsai Restaurant“ gefreut. Dazu ein leckeres Curry mit viel Gemüse oder eine heiße Noodle Soup. Der Inhaber ist sehr hilfsbereit und freundlich, außerdem organisiert er alle möglichen Touren, einschließlich der zum Markt nach Nakasang (für aller Einkäufer wie uns ;)).
  • Der „Noodleshop“ ist (natürlich) bekannt für seine Noodle-Soup (hat auch nichts anderes), ist jedoch schwer zu finden. 2 Tische, 2 Stühle und 2 Bänke…. wenn da keiner sitzt könnte es auch ein Hauseingang sein. Ihr findet den Noodleshop schräg gegenüber des indischen „Jasmin Restaurants“. Eine der besten Nudelsuppen bislang und Hangover Cure für Malte…
  • Richtig gute Currys macht auch der Thai-Chef des „Pomelo“ in Ban Hang Khone. Und wenn Ihr die Chance bekommt, probiert eine Pomelo mit Gin.

Ban Hang Khone

Last but not least findet Ihr im Süden der Insel das kleine Dorf Ban Hang Khone, in dem wir mehr als einen Monat verbracht haben. Von hier starten auch die besagten Beobachtungstouren zu den Delfinen.

Es gibt zwar einen Viewpoint (den wir aufgeräumt haben ;)), der ist aber eher für die Landschaft, denn die Delfine sieht man vom Land aus nur mit sehr viel Glück. Vier Restaurants, mehrere Homestays, ein Guesthouse und eine Schule – mehr gibt es in dem kleinen Dorf auch nicht.

Wir sind in dem kleinen Village ganz spontan auf einer Fahrradtour um die Insel gelandet – und geblieben. Nach einem sehr netten Gespräch mit Oliva und Tan vom Pomelo Restaurant & Guesthouse haben wir uns entschlossen, Englisch zu unterrichten und dem Dorf und seinen Einwohnern zu helfen. Was wir in Ban Hang Khone auf die Beine gestellt haben, findet Ihr in unserem Beitrag zum Volunteering.

Geschlafen haben wir in einem Homestay gegenüber vom Pomelo bei unserem sehr netten Host „Papa Siet“. Bei Interesse vermitteln wir gerne die Kontakte und laden dazu ein, selbst hier oder an einem anderen Ort aktiv zu werden. Es war bzw. ist für uns ein sehr spannendes Projekt, dass uns immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Wir werden versuchen das Projekt auch weiter zu begleiten und uns von unterwegs darum zu kümmern. In Ban Hang Khone könnt Ihr das wahre „Lao Life“ kennenlernen. Wir sind gespannt, wie es Euch gefällt 🙂

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