Rund ums Reisen

1 Monat Vegetarisch

Juni 25, 2017
vegetarisch

Auf unserer Weltreise erleben wir viele „erste Male“, sprich Sachen, die wir vorher noch nicht ausprobiert oder uns nicht getraut haben. Auch Zuhause wollen wir immer wieder neue Erlebnisse einbauen und uns wagen, etwas Neues zu machen. Die Bloggerin Fee hat dazu aufgerufen, sich dies bewusst jeden Monat vorzunehmen und dann darüber unter dem Hashtag #fürmehrerstemale zu schreiben, eine tolle Mitmachaktion! Ich habe mir in diesem Monat einem Thema gestellt, mit dem ich mich schon länger beschäftige und entschlossen einen Monat vegetarisch zu essen (Start war der 8.6., es ist also ungefähr Halbzeit ;)).

Hintergrund 

Das erste Mal im Meer tauchen waren wir auf Kuba. Was das mit dem Thema zu tun hat? Ich werde es Euch erklären. Der erste Sprung mit dem Tauchequipment ins Wasser war genauso aufregend, wie er es immer wieder beim ersten Mal sein wird. Die Vorfreude ist gepaart mit Nervosität vor der unbekannten Unterwasserwelt und dem tiefen weiten Meer.

Nach dem Abtauchen am Grund auf etwa 25 Meter angekommen bzw. schon während des Abstiegs schaute ich mich um. Es war wie schwimmen in einem Aquarium. Das Wasser dort an der Westküste von Kuba in der Bucht von Maria La Gorda ist kristallklar. Zu unserem Glück segelte innerhalb der ersten Minuten eine Schildkröte in etwa 5 Metern Entfernung an uns vorbei. Auch wenn die Einheiten von Zeit und Entfernung da unten wortwörtlich verschwimmen, so war es einfach ein unfassbares Ereignis.

Ich würde jedem empfehlen, seine ggf. vorhandenen Ängste zu überwinden und mindestens ein Mal im Leben zu tauchen. Die Geräte sind absolut sicher und besonders mit einem guten Guide kann einem nichts passieren, jedenfalls nicht auf den ersten 18 Metern. Und zu Beginn ist mit einem Open Water Schein auch nicht mehr möglich. Aber wenn man sich dann vergegenwärtigt, dass es mehrere tausend Kilometern in die Tiefe und Weite geht, ist es einfach ein unbeschreibliches Gefühl.

Neben der Schildkröte haben wir auf diesem und den weiteren Tauchgängen viele verschiedene Fische entdeckt. In wunderbar prächtigen Farben schwimmen sie im Einklang mit ihrer Umwelt. Man selbst ist nur Beobachter. Allein aufgrund des Equipments, dass wir fürs Atmen brauchen, ist einem das umso bewusster. Wir gehören dort nicht hin. Wir können es für eine Weile betrachten und steigen dann wieder aus dem Wasser (weil der Tank leer ist).

Die Entscheidung

SCHNITT: In Malaysia waren wir gestern auf dem Nachtmarkt von Kuala Lumpur. Direkt nebenan war ein empfohlenes Seafood Restaurant. Direkt davor standen rund 25 Aquarien. In denen waren Moränen, Zackenbarsche, Krebse, Tintenfische und viele weitere unter Wasser lebende Tiere zu sehen, die ich auf meinen Tauchgängen beobachten durfte. Davon konnte man sich ein Exemplar aussuchen, welches dann frisch am Tisch serviert wurde.

Ich kann Euch gerne von dem Gefühl erzählen, als ich das erste Mal eine Moräne im Meer entdeckt habe. Sie sind häufiger am Fels versteckt und daher nicht auf jedem Tauchgang zu erspähen. Langsam strecken sie ihren langen Hals heraus und schauen einen mit ihren weiten Augen an. Fast ehrfürchtig haben wir sie unter Wasser beobachtet, ein Mal beispielsweise als sie mit einem Zackenbarsch zusammen gejagt. Eine Symbiose die nur selten zu beobachten ist.

Ja, sie hat gejagt, um zu überleben. Wir haben uns die Fische unter Wasser im Meer zu unserem Vergnügen angeschaut und mehr nicht. Wir maßen uns an alles beherrschen zu wollen, setzen Tiere in zu kleine Käfige und machen sie zu Nutztieren wo es uns gefällt. Es ist mir unerklärlich warum diese teils geschützten Arten hier auf dem Tisch landen. Und dazu noch in solch engen Aquarien vorab zu Schau gestellt werden? Was geht in den Menschen vor, die sich hier ihr Essen aussuchen? Ich wette niemand von ihnen hat schonmal einen Zackenbarsch unter Wasser entdeckt und schnell seinem Buddy das entsprechende Handzeichen gegeben um die Erfahrung zu teilen? Ist noch nie einige Flossenschläge mit einem zwei Meter großen Zackenbarsch Seite an Seite getaucht und hat sich dabei völlig sicher gefühlt?

Wie anmaßend denkt Ihr jetzt, dies zu fragen und selbst nicht vegetarisch leben, sondern Lachs, Hühnchen, Sushi, Rind etc. regelmäßig zu essen. Aber vielleicht braucht man manchmal einen Schlag auf den Hinterkopf oder dieses Bild von den Aquarien und der Filetier-Station direkt daneben, um sich zu fragen, ob das alles so richtig ist, was wir da machen. 

Fazit

Bereits vor unserer Reise haben wir immer mehr bewusst eingekauft, die Sachen von unserem Feld gegessen oder regional auch auf dem Bauernhof gekauft. Ich habe mich u.a. aufgrund der Erlebnisse in Asien dazu entschieden für einen Monat vegetarisch zu leben. Die Zeit möchte ich dafür nutzen, um mich mit dem Thema Vegetarismus und Nachhaltigkeit intensiver zu beschäftigen und natürlich, um bewusst auf Fleisch zu verzichten ohne mich erklären zu müssen. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen ich mache und welche Konsequenzen sich ggf. daraus ergeben.

Zwischenfazit: Das indische Essen ist ideal, um vegetarisch zu leben, da es super abwechslungsreich ist, viele Gewürze verwendet und eine große Auswahl an Gerichten (auch ohne Fleisch) hat. Dies macht es mir einfacher, da in anderen Restaurants durchaus schon gesagt wurde: „Vegetarisch? Wir haben Reis“ oder mir mal ein Teller mit Salatblättern serviert wurde als ich „Vegetables“ bestellt habe. Natürlich ist es aber auf Reisen auch teilweise schwierig, da wir nicht selbst kochen, sondern essen gehen oder einkaufen müssen. Im Rahmen dessen habe ich mich in den Städten speziell auf die Suche begeben und ganz neue Plätze entdeckt. So war ich das erste Mal in einem veganen Restaurant essen (Furniture Cafe in Yogyakarta) und es war köstlich. Diese neuen Geschmäcker und Gerichte werden sicherlich mein Kochen Zuhause beeinflussen.

Empfehlung

Schaut Euch alle den Film „Cowspiracy“ von und mit Ken Anderson an!

Jeden Tag kann ein Veganer Folgendes einsparen und vor allem schützen (Screenshot aus dem Film):

  1. Das ist sehr spannend zu lesen, wie Ihr zu der Entscheidung gelangt seid. Und ich kann mir vorstellen, dass es Länder gibt, wo man da echt an seine Grenzen kommt. Viel Erfolg auf jeden Fall für den Rest und mich würde auch interessieren, ob Ihr aus dem Monat grundsätzliche Veränderungen schlussfolgert. Und nächsten Mona freue ich mich auf ein neues erstes Mal :)!

    1. Vielen lieben Dank für die Nachricht – und die Aktion.
      Schlussfolgerungen werden wir auf jeden Fall ziehen. In Deutschland wird es dann ggf. einfacher, weil wir selbst kochen und entscheiden können, was wir einkaufen. Ich bin selbst gespannt, was sich ergeben wird daraus. Ein Folgeartikel wird definitiv erscheinen.

      Für deine Mitmachaktion habe ich für Juli noch keine konkrete Idee. Im August wird es auf jeden Fall meine erste Erfahrung im Camper in Australien 🙂

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